Unsere Gärten – Platz für Vielfalt?
Der regionale Verein Pro Simmental hat sich bereits vor Jahren Nachhaltigkeit und Artenreichtum auf die Fahne geschrieben. Diesen Herbst gucken wir über Gartenzäune – und fragen die Eigentümer aus, wie sie es haben mit der Umwelt und was ihnen wichtig ist.
Am Anfang kommt die Gärtnerin der Simmentalzeitung zu Wort, das immergrüne Efeu.
Catrin: Salü Annamarie, schön, darf ich Dich ein bisschen ausfragen?
A.: Das ist gut, frag numä.
C.: Für diejenigen, welche keinen Garten haben: Was läuft gerade?
A.: Du hast wohl meinen letzten Beitrag noch nicht gelesen? (schmunzelt). Also, das Sommergemüse wie Bohnen, Tomaten, Gurken und Zucchetti sind eigentlich durch, gerade seit den kälteren Tagen seit Anfang Woche. Den Wintersalaten wird das kühle Wetter besser passen, sie hatten ja Schwierigkeiten mit dem Auflaufen.
C.: Hier auf dem Beet sehe ich Kohlblätter u.a. rumliegen. Wieso machst Du das?
A.: Das hilft den Boden zu bedecken! Wenn ich ernte, schneide ich nur den Stängel oder Strunk ab, die Wurzel bleibt erstmal drin. Was ich nicht essen will, landet gleich wieder auf dem Beet und bedeckt die Erde. Das vermindert das Fortschwemmen bei starkem Regen und schützt auch gegen Hitze.. das sieht zwar etwas unordentlich aus, doch das ist mir egal. Der Schnee deckt ja alles zu. Im nächsten Frühjahr ist meistens alles weg und nur die harten Stengel übrig. Den grossen und kleinen Bodenlebewesen scheint‘s zu schmecken.
C.: Ah, Permakultur oder Mulchwirtschaft sagt man dem ja auch, wenn der Boden immer bedeckt ist. Ich selber verwende Grasschnitt.
A.: Das ist auch möglich. Die Leute, welche gleich jedes verblühte Blümli abschneiden, stehlen ja den Insekten und Vögeln alle Nahrung…
C.: Apropos Vögel, ärgerst Du dich nicht über diese „Räuber“ ?
A.: (Lacht ..) Ja, mit den Spatzen und auch den Amseln hab ich mich arrangiert. Die fressen ja eine Menge Schädlinge auch, wenn sie so durch die Zweige hüpfen. Da sponsere ich eben einige Beeren. Übrigens wird es sehr still im Garten, wenn die Nachbarskatze da ist.
C.: Aha, dann halten sie sich versteckt ; ) ich habe noch eine Frage: wie hälst Du deinen Garten so fruchtbar? Da wächst ja richtig was?
A.: Gäll? (Lächelt). Nun, der Boden vor Ort macht schon viel aus. Unser Grund hier ist noch steinig vom Bachbett der kleinen Simme, der Niederschlag mag gut versickern. Ein Lehmboden verkrustet oben durch gerne und ist unten drunter kompakt und feucht. Mit Kompost oder auch Sand kann ich die obere Schicht etwas mürber machen.
Meine Starkzehrer wie die Beeren, s‘ Obst, Rosen oder Rhododendron bekommen einmal im Frühling etwas „Gartensegen“. Das ist ein Volldünger, den ich jedoch sparsam verwende. Und meine Tomaten lieben den Algenkalk mit Magnesium. Dann kriegen sie nicht so schnell gelbe Blätter.
Auf meine Beete kommt etwas Kompost. Ich grabe nicht alles um, nur ca. ein Drittel jedes Jahr. Dabei kommt jeweils gut Kompost in die Furche. (Mein Kompost ging übrigens richtig schnell diesen Sommer! Die Wärme und Feuchte werden sich gut ergänzt haben).
Wer stets alles umgräbt, zerstört die Kapillaren im Boden, durch die auch Feuchtigkeit nach oben gelangt. Ausserdem bringt man das Bodenleben durcheinander, diese Tierchen sind ziemlich spezialisiert. Und wir möchten sie ja gerne für uns arbeiten lassen, sie erzeugen doch den Humus.
C.: Da läutet mir was: Regenwürmer scheiden sogenannte Ton-Humus-Komplexe aus, die super fruchtbar sein sollen.
A.: Genau. Fruchtwechsel und Mischkultur helfen auch. Kennst Du schon, oder? Die Beete für z.B. Erdbeeren mal zu wechseln beugt einer Bodenmüdigkeit vor. Und dass manche Pflanzen sich nicht vertragen und dann schlechter wachsen, weiss man auch.
C.: Ja, wir könnten noch lange erzählen… wie Du dein Frühbeet einrichtest, schreibe ich mal auf der homepage von unserem Verein, ist das gut?
A.: Mach das, mach das. Vielleicht guck ich dort auch mal rein.
So, das war’s für heute. Der Beitrag vom immergrünen Efeu erschien übrigens am 11.9., ich hab ihn gefunden. Wenn Sie mit mir über Garten reden möchten, melden Sie sich!
Freundliche Spätsommergrüsse,
Catrin Linke
